24 Stunden ohne U-Bahn – die Streikfront legt Hamburg lahm

Wegen eines weiteren Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr fahren in Hamburg seit dem Morgen keine U-Bahnen mehr. Auch der Busverkehr ist stark eingeschränkt, wie die Hamburger Hochbahn auf ihrer Internetseite mitteilt. Einzelne Buslinien der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) fahren nach Fahrplan oder unregelmäßig.

Die Gewerkschaft Verdi hatte die Beschäftigten der Hochbahn sowie der VHH zu einem 24-stündigen Warnstreik aufgerufen. Dieser begann am Samstagmorgen um 3.00 Uhr und soll am Sonntagmorgen enden. Nicht betroffen sind die S-Bahnen und die Hafenfähren.

Die Hochbahn war bereits am Donnerstag für 24 Stunden bestreikt worden. Ende Februar waren sowohl die Hochbahn als auch die VHH für 48 Stunden bestreikt worden. Hintergrund seien weiterhin schwierige Tarifverhandlungen, teilt die Hochbahn mit. Die Gespräche sollen am Montag fortgesetzt werden.

Hamburg ist aber auch ansonsten in ein angespanntes Verkehrswochenende gestartet: Der Frühlingsdom lockt voraussichtlich Tausende Menschen in die Stadt, doch zeitgleich sorgen neben dem Streik Vollsperrungen auf wichtigen Verkehrsachsen für massive Einschränkungen.

Elbtunnel ist bis Montagmorgen dicht

Die Autobahn A7 wird zwischen Stellingen und Heimfeld ist seit Freitagabend und noch bis Montag 5 Uhr für insgesamt 55 Stunden vollständig gesperrt. Das betrifft auch den Elbtunnel. Zusätzlich sind unweit des Hauptbahnhofs die Berlinertordammbrücke und die Bürgerweide wegen Abrissarbeiten dicht.

Die Polizei Hamburg empfiehlt allen Verkehrsteilnehmenden, sich frühzeitig über mögliche Einschränkungen zu informieren und alternative Routen einzuplanen. Die Umleitungen seien entsprechend ausgeschildert. Taxiunternehmen rechnen mit einem deutlich erhöhten Bedarf: Der Anbieter Hansataxi erwartet nach eigenen Angaben ein bis zu vierfaches Auftragsvolumen. Auch die Fahrtenvermittlungs-App Uber geht von einer erhöhten Nachfrage aus und möchte alle Kapazitäten aktivieren.

Der Ridesharing-Anbieter Miles geht nach eigenen Angaben ebenfalls von einer erhöhten Nachfrage aus, zusätzliche Fahrzeuge könnten jedoch nicht bereitgestellt werden. Der Ridepooling Service MOIA hat nach eigenen Angaben keine Änderungen an seinem Angebot für das Wochenende vorgesehen. Auch E-Scooter Anbieter wie etwa Lime arbeiten nach eigenen Angaben auf Hochtouren, um Alternativen anbieten zu können.

Source: welt.de

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