Am 18. Februar 2025 starb Gene Hackman. Er zählte zu den besten Schauspielern seiner Ära und wurde mit zwei Oscars ausgezeichnet.
Vor genau einem Jahr starb einer der größten Schauspieler Hollywoods, Gene Hackman (1930-2025). Der US-Schauspieler und seine Ehefrau Betsy Arakawa wurden am 26. Februar 2025 tot in ihrem Haus in Santa Fe, New Mexico, aufgefunden. Laut Autopsiebericht verstarb Hackman im Alter von 95 Jahren an den Folgen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Die 65-jährige Pianistin Arakawa war offenbar am 12. Februar gestorben – Hackman am 18. Februar. Der Schauspieler, der drei Kinder aus seiner ersten Ehe hinterlässt – Christopher, Elizabeth und Leslie – prägte mit seiner beeindruckenden Karriere jahrzehntelang Hollywood.
Dabei war der Weg von Hackman zum gefeierten Schauspieler alles andere als einfach. Seine Kindheit verlief unruhig, es gab viele familiäre Schwierigkeiten. Geboren wurde er am 30. Januar 1930 in San Bernardino, Kalifornien, als Eugene Allen Hackman. Weil sein Vater oft den Beruf wechselte, zog die Familie mehrfach um, bevor sie schließlich in Danville, Illinois, sesshaft wurde – dort verbrachte Hackman seine Jugendjahre.
Als Gene Hackman 13 Jahre alt war, trennten sich seine Eltern – ein Erlebnis, das ihn nachhaltig prägte. Besonders der Abschied seines Vaters hinterließ Spuren: Er verließ die Familie, ohne ein Wort zu sagen. Jahre später erinnerte sich Hackman in der Sendung „Inside the Actors Studio“ an diesen Moment und erzählte, sein Vater sei einfach vorbeigefahren, habe ihm nur kurz zugewunken – und sei verschwunden. Während er davon sprach, kämpfte der sonst so gefasste Schauspieler mit den Tränen.
Gute Beziehung zur Mutter
Eine besonders enge Bindung hatte Gene Hackman zu seiner Mutter. Beide teilten eine Leidenschaft für das Kino, und gemeinsam sahen sie sich regelmäßig Filme an. Im Gespräch mit „GQ“ wurde Hackman gefragt, ob es stimme, dass seine Mutter ihn als Kind oft ins Kino mitgenommen und ihm gesagt habe, sie wolle ihn eines Tages als Schauspieler auf der Leinwand sehen. Hackman bestätigte: „Das hat sie tatsächlich gesagt. Ich war damals 10 Jahre alt. Was Eltern ihren Kindern sagen, wird oft nicht gehört, aber in manchen Fällen versteht man doch, was die Eltern gerne von einem sehen würden. Leider hat meine Mutter mich nie schauspielern sehen, das tut mir leid, aber so ist es nun einmal.“
Was viele nicht wissen: Bevor Hackman seine Schauspielkarriere begann, diente er beim US-Militär. Mit nur 16 Jahren trat er dem US Marine Corps bei – obwohl er noch minderjährig war. Dafür fälschte er sein Alter. Inspiration für diesen Schritt fand Hackman im Umfeld seiner Jugendliebe.
In einem Interview erzählte er: „Es lag wahrscheinlich an Lowell Ford. Seine Schwester war meine Freundin. Das war, als ich 14 oder 15 war. Ihr Bruder war auf Guam gefallen. Etwa anderthalb Jahre später, als ich noch nicht ganz 17 war, dachte ich, es wäre sehr heldenhaft von mir, wenn ich zum Marine Corps gehen würde. Ich wollte ihr zeigen, dass ich nicht nur stolz auf sie war, sondern auch auf ihren Bruder. Als junger Mann hat man manchmal ziemlich undurchsichtige und komplizierte Motive.“
Freundschaft mit Dustin Hoffman
Nach seinem Ausscheiden aus dem Marine Corps schrieb sich Hackman an der University of Illinois ein, wo er zunächst Journalismus studierte. Doch schon bald verlor er das Interesse und brach das Studium ab. Mitte 20 fasste er schließlich den Entschluss, Schauspieler zu werden. Er zog nach Kalifornien und begann seine Ausbildung am renommierten Pasadena Playhouse. Doch seine Dozenten zweifelten an seinem Talent und seine Kommilitonen wählten ihn sogar zum „am wenigsten erfolgversprechenden“ Schüler.
Anstatt sich entmutigen zu lassen, nutzte Hackman diese Demütigung als Motivation. Einer seiner Klassenkameraden war damals ein junger Dustin Hoffman – der Beginn einer langen Freundschaft. Später lebten die beiden gemeinsam in Manhattan, bevor sie ihren Durchbruch feierten. In einem Interview mit der „New York Times“ erinnerte sich Hackman an sein erstes Treffen mit Hoffman: „Er war ein bisschen anders. Die meisten dort kamen direkt von der Highschool. Ich war älter. Und Dustin war 18 oder 19, aber als ich ihn zum ersten Mal sah, trug er eine Cordweste. Das ist alles.“
Preisgekrönte Karriere
Mit dem Gangsterdrama „Bonnie & Clyde“ gelang Hackman im Jahr 1967 der Durchbruch. In der Rolle des Buck Barrow überzeugte er Publikum und Kritiker gleichermaßen – und erhielt dafür seine erste Oscar-Nominierung. Es war der Auftakt zu einer bemerkenswerten Karriere, in der Hackman insgesamt fünfmal für den Academy Award nominiert wurde. Zweimal konnte er die begehrte Trophäe mit nach Hause nehmen.
Hackman erwies sich als vielseitiger Charakterdarsteller, der mühelos zwischen den Genres wechselte. Zu seinen Regiepartnern zählten einige der größten Namen Hollywoods, darunter Francis Ford Coppola, Clint Eastwood, Tony Scott und William Friedkin. In einem Interview mit „Film Comment“ erklärte er, worauf er bei der Auswahl seiner Projekte besonderen Wert legte: „Zuerst das Drehbuch, dann die mir vorgeschlagene Rolle, danach der Regisseur und die anderen Schauspieler – fast immer in dieser Reihenfolge.“
Mit der Komödie „Willkommen in Mooseport“ verabschiedete sich Gene Hackman 2004 von Hollywood und ging in den Ruhestand. Seine Entscheidung, die Schauspielerei hinter sich zu lassen, war auch seiner Gesundheit geschuldet. Im Laufe der Jahre hatte Hackman mit Herzproblemen zu kämpfen und unterzog sich unter anderem einer Angioplastie.
Im Gespräch mit „Reuters“ gab er zu, dass ihm das Schauspielern dennoch fehle: „Ich vermisse das Schauspielern , denn das habe ich fast 60 Jahre lang gemacht und ich habe es wirklich geliebt. Aber das Geschäft ist für mich sehr stressig. Die Kompromisse, die man beim Filmemachen eingehen muss, gehören einfach dazu, und es war irgendwann so weit, dass ich einfach keine Lust mehr darauf hatte.“ Gemeinsam mit seiner Ehefrau zog Hackman nach Santa Fe, New Mexico, wo er sich dem Schreiben widmete. In diesem gemeinsamen Zuhause wurden Hackman und Arakawa schließlich tot aufgefunden.
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Source: stern.de