Matratzen aus dem Internet: Emma rechnet mit 800 Millionen Euro Umsatz
Das Frankfurter Matratzenunternehmen Emma erwartet in diesem Jahr einen Umsatz von mindestens 800 Millionen Euro. Das wären 150 Millionen Euro oder ein Viertel mehr als 2021. Das Unternehmen wird demnach zwar nicht mehr ganz so stark wachsen wie in früheren Jahren. Damit hätte aber Emma immer noch seinen Umsatz innerhalb von zwei Jahren verdoppelt.
Allein im ersten Halbjahr 2022 wurden 386 Millionen Euro erlöst, wie Emma berichtet. Das ist fast so viel wie im gesamten Jahr 2020. Das Unternehmen ist nach eigener Aussage profitabel, der konkrete Gewinn wird aber nicht veröffentlicht.
Emma ist mittlerweile einer der weltweit größten Internetanbieter von Matratzen und bezeichnet sich als „weltweit führende Direct-to-Consumer Schlafmarke“. Das Unternehmen gehört, wie die Konkurrenten Bett1 und Casper, zu einer neuen Generation von Matratzenherstellern. Diese bieten nur ganz wenige Modelle an, vermarkten und vertreiben sie direkt über das Internet und geben den Kunden eine Rücknahmegarantie für bis zu 100 Tage.
Gewachsen gegen den Markt
Die neuen Anbieter konnten damit in weitgehend stagnierendem Markt in kurzer Zeit erhebliche Marktanteile erobern. Produkte von Bett1 und Emma wurden Testsieger bei der Stiftung Warentest. Mitgründer und Geschäftsführer Dennis Schmoltzi ist darum zufrieden mit der Geschäftsentwicklung: „Selbst in diesem schwierigen Wirtschaftsklima, in dem das Geschäftsvolumen in unserer Branche in vielen Ländern um rund 30 Prozent gesunken ist, haben wir unsere Rentabilität weiter gesteigert.“
Das 2013 gegründete Unternehmen konnte nach den Zahlen vor allem im Ausland neue Kunden gewinnen. In Frankreich, den Niederlanden, Österreich, Italien, Schweden und Polen hätten die Umsätze um jeweils mehr als 40 Prozent zugelegt, hieß es. Am stärksten aber wachse das Geschäft in Asien und Amerika, sagte Manuel Müller, Mitgründer und ebenfalls Geschäftsführer. „Märkte wie die Philippinen, Taiwan, Kolumbien und Kanada verzeichnen die höchsten Wachstumsraten im Unternehmen.“ Anfang des Jahres hatte Emma seinen weltweit ersten Flagship-Store in Schanghai eröffnet.
Die Hälfte der Belegschaft nun im Ausland
Der einstmals reine Onlinehändler setzt zudem zunehmend auf den stationären Handel. 3500 Geschäfte weltweit vertreiben mittlerweile die Produkte der Frankfurter. Unter anderem kooperiert das Unternehmen mit den Möbelketten Segmüller und Jysk (ehemals Dänisches Bettenlager). Mittlerweile bietet „Emma – the Sleeping Company“ auch Bettgestelle und Kissen an.
Mit dem Umsatzwachstum ist auch die Belegschaft gewachsen – allerdings ebenfalls hauptsächlich im Ausland. Emma hat nun weltweit 940 Mitarbeitende – dreimal mehr als noch Anfang 2020. Davon sind in der Zentrale im Frankfurter Bahnhofsviertel aktuell rund 430 beschäftigt. Große Büros gibt es in Manila (Philippinen), Lissabon (Portugal), Mexiko-Stadt und Schanghai (China). Bis Ende des Jahres soll ein weiterer Standort in Bukarest (Rumänien) aufgebaut werden. Die Matratzen selbst werden in mehreren Fabriken in der ganzen Welt hergestellt.
Emma gehört seit 2020 zu 50,1 Prozent dem Düsseldorfer Familienkonzern Haniel, der auch Anteile an Ceconomy (Mediamarkt, Saturn) hält.